In einer Welt, in der die MedTech laufend weiterentwickelt wird, wird eine effiziente Geräteverwaltung immer wichtiger – und komplexer. Unterschiedliche Entwicklungsstände der Geräte, veraltete Software und mangelnde Vernetzung mindern Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Betrieb in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen. Ein standardisiertes, herstellerunabhängiges Device Management System (DMS) kann hierbei Abhilfe schaffen. Eine solche IoT-Plattform erlaubt MedTech-Herstellern sowie deren Kunden eine zentrale Verwaltung der Geräte.
Um die Wünsche und Probleme der beteiligten Akteure besser zu verstehen, habe ich in meiner Thesis bei doubleSlash Interviews mit Geräteherstellern, Medizintechnikern und Expert:innen von doubleSlash geführt. In diesem Blogpost zeige ich euch eine Auswahl der größten Herausforderungen und passende Use Cases, die das Ganze anschaulich erklärt.
Aktuelle Herausforderungen in der Medizintechnik: Was bremst die Effizienz?
Derzeit stehen wir vor mehreren Herausforderungen, die den Einsatz und die Verwaltung medizintechnischer Geräte beeinflussen:
- IT-Sicherheit: Mit der steigenden Vernetzung von Geräten wächst das Risiko von Cyberangriffen, weshalb zuständige IT-Abteilungen der Institutionen zwingend auf sichere Lösungen angewiesen sind.
- Aktualität: Veraltete Geräte machen es schwer, moderne Lösungen zu integrieren und erhöhen das Sicherheitsrisiko.
- Connectivity: Derzeit sind nur wenige Geräte vollständig vernetzt, was ein effizientes Verwalten erschwert.
- Verschiedene Systemreifegrade: Unterschiedliche Entwicklungsstände der DMS machen eine einheitliche Verwaltung schwierig.
- Hohe Softwaredichte: Mehr Software in Medizingeräten bedeutet mehr Verwaltungsaufwand in Gesundheitseinrichtungen. Oft hat die Instandhaltung mehrere DMS zu pflegen.
- Kommunikation: Um reibungslose Abläufe zu gewährleisten, besteht Verbesserungsbedarf in der Kommunikation zwischen Herstellern und Institutionen.
Praktische Use Cases: So machen wir Medizintechnik zukunftssicher
Um den identifizierten Herausforderungen zu begegnen, wurden spezifische Anwendungsfälle definiert:
- Remote Zugriffe verwalten: Die IT-Abteilung der Krankenhäuser behält während den Fernzugriffen die Kontrolle und kann entsprechende Log-Dateien einsehen.
- Systemintegration durchführen: Die Einbindung von Drittanbietersystemen wie SAP, Salesforce und TeamViewer muss sicher und nahtlos erfolgen.
- Wartungsumfang und -zuständigkeiten festlegen: Wartungspläne sollten den nötigen Wartungsumfang und die verantwortlichen Techniker:innen klar definieren.
- OTA-Updates durchführen: Gerätehersteller können verknüpfte Geräte Over-the-Air updaten. Wir nutzen bereits eine bewährte Lösung für OTA-Updates: unseren Update Manager.
- Gerätestandort einsehen: Die Nutzenden können den genauen Gerätestandort im System einsehen. Speziell große Einrichtungen profitieren hiervon.
- Self Service ermöglichen: Ermächtigung der Techniker:innen vor Ort, bestimmte Wartungen und Updates eigenständig durchzuführen.

Herstellerunabhängiges DMS: Die Vorteile auf einen Blick
Vorteile für die Gerätehersteller:
- Verbesserte Kundenbindung: Ein effizientes und zuverlässiges Verwaltungssystem erleichtert den Arbeitsalltag der Gerätehersteller.
- Reduzierte Kosten: Weniger Vor-Ort-Einsätze dank Fernzugriffe für Fehlerbehebungen. Entwicklungskosten und für eigene Softwarelösungen entfallen zudem.
- Bessere Datenanalyse: Einblicke in die Geräteperformance und Nutzungsmuster helfen, eigene Produkte zu optimieren.
- Erhöhte Compliance: Einfachere Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Dokumentationsanforderungen.
Vorteile für die Instandhaltung der Institutionen:
- Zeitersparnis: Alle Geräte können auf einer Plattform verwaltet werden.
- Fehlerreduktion: Standardisierte Prozesse minimieren Fehlerquellen.
- Schnellere Problemlösung: Fernzugriffe ermöglichen zeitnahe Unterstützung und Analysen.
- Zentralisierte Datenverwaltung: Die zentrale Verfügbarkeit aller Geräteinformationen erleichtert die Verwaltung der Geräte sowie die Analyse deren Daten.
- Verbesserte Geräteverfügbarkeit: Proaktive Wartungen reduzieren Ausfallzeiten und verlängern die Lebensdauer der Geräte.
Fazit
Ein herstellerunabhängiges DMS für medizintechnische Geräte ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Sicherheit und Effizienz der künftigen Medizintechnik-Infrastruktur. Die Interviews haben wertvolle Einsichten über den Status Quo sowie den aktuellen Anforderungen offengelegt. Jetzt ist es an der Zeit, diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und gemeinsam die Zukunft der MedTech zu gestalten.



