Ihre Software hilft Unternehmen, die Abonnements ihrer Kunden effizient zu verwalten[1], besonders wenn es um nutzungsbasierte Abonnements geht, bei denen eine genaue Abrechnung der Nutzungsdaten wichtig ist. Im Jahr 2023 hat Zuora eine neue Funktion eingeführt: die Mediation Engine. Mit dieser können Unternehmen große Mengen an Nutzungsdaten einfach per Drag-and-Drop-Oberfläche bewerten und abrechnen[2] und die Verarbeitung von Nutzungsdaten ganz einfach als „No-Code“ bzw. „Low-Code“ Variante umsetzen.
Bei doubleSlash wurde die nutzungsabhängige Preisgestaltung bisher mit eigens entwickeltem Code umgesetzt. Der hat das Ziel, die nutzungsabhängige Preisgestaltung mit der Zuora Mediation Engine und den Zuora Workflows zu realisieren und zu testen. Zuora Workflows ermöglichen es, Geschäftsprozesse von einfachen bis hin zu komplexen Abläufen zu definieren und zu automatisieren.
Der Fokus dieses Beitrags liegt auf der Abrechnung von Nutzungsdaten im Bereich der E-Mobility-Ladestationen. Hierbei werden vorhandene Beispieldaten genutzt, die detaillierte Informationen zu den Ladevorgängen enthalten. Das Ziel ist es, die Möglichkeiten der Zuora Mediation Engine und Workflows zu erkunden und mögliche Herausforderungen zu identifizieren
Vier Anwendungsbeispiele aus der E-Mobililtät
Um dies zu erkunden, haben wir im PoC vier verschiedene verbrauchsabhängige Subscription-Modelle für das E-Mobility-Ladestationen-Szenario modelliert:
1. Abrechnung nach geladenen Kilowattstunden
- Die Abrechnung basiert ausschließlich auf den tatsächlich geladenen Kilowattstunden.
2. Kombination aus Grundgebühr und Kilowattstunden
- Eine feste Grundgebühr wird erhoben, die eine vordefinierte Kilowattstundenmenge umfasst. Zusätzliche Kosten entstehen bei darüberhinausgehender Nutzung.
3. Zusatzkosten für Park- und Blockier-Zeit
- Neben der festen Grundgebühr und den genutzten Kilowattstunden werden auch die Park- bzw. Blockier-Zeiten (ohne Ladezeit) berechnet.
4. Zeitbasierte Abrechnung mit unterschiedlicher Vergütung
- Die Abrechnung basiert auf der verwendeten Zeit, wobei Ladezeiten anders vergütet werden als Parkzeiten.
Technische Umsetzung mit der Zuora Mediation Engine
Für diesen PoC wird eine beispielhafte Zuora Mediation Engine[3] erstellt, wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

Startpunkt der Mediation Engine
Der Startpunkt der Mediation Engine ist die „Source“, in diesem Fall die „Streaming API“. Diese API erzeugt eine einzigartige Upload-URL, über die die Mediation Engine durch einen internen Workflow-Callout aufgerufen werden kann. Die Nutzungsdaten werden über einen POST HTTP Request im JSON-Format im Body übermittelt[4].
Mapping der Nutzungsdaten
Im ersten Schritt werden die Nutzungsdaten in ein Zuora-Objekt transformiert. Dabei müssen die erwarteten Felder aus der JSON-Datei bekannt sein. Eine Herausforderung besteht darin, dass das Datenformat je nach Anbieter variieren kann.
Datenbearbeitung durch „Processors“ in der Zuora Mediation Engine
Die Mediation Engine bietet verschiedene „Processors“ zur Datenbearbeitung, wie Aggregatoren oder Deduplicatoren. Im PoC wurden jedoch nur die Processors „Filter“ und „Advanced Transformer“ getestet, da keine weiteren dort notwendig waren:
- Filter: Ermöglichen die einfache Überprüfung und Filterung der übermittelten Daten mittels einfacher Logik, z.B. um sicherzustellen, dass die geladene Menge größer als 0 kWh ist.
- Advanced Transformer: Ermöglicht die Bearbeitung oder Anreicherung der Daten mittels JavaScript oder Python. Im PoC wurden die Daten mit Maßeinheiten-Tags und der berechneten reinen Ladezeit erweitert. Dafür sind kleine Code-Abschnitte innerhalb des „Advanced Transformers“ notwendig.
Speicherung und Abrechnung der Nutzungsdaten
Abschließend können die verarbeiteten Daten als Usage Records (z.B. geladene kWh, Parkzeit und Ladezeit) für die entsprechenden Accounts in Zuora eingetragen und später bei der Erstellung von Rechnungen abgerechnet werden. Im PoC konnten die entsprechenden Account-Nummern aus den Nutzungsdaten extrahiert werden. Normalerweise erfordert dies ein Mapping zwischen der Authentifikationsnummer der Nutzungsdaten und der Zuora Account-Nummer des Kunden.
Herausforderungen und Empfehlungen
Obwohl das Anlegen und Abrechnen der Nutzungsdaten mit der gezeigten Mediation Engine grundsätzlich funktioniert, ist es wenig sinnvoll, die vier verschiedenen Subscription Modelle mit einer einzigen Mediation Engine abzudecken. Sowohl die Zeiten als auch die Kilowattstunden werden immer als Usage gespeichert, sind jedoch nicht für alle Modelle zur Abrechnung benötigt. Daher empfiehlt es sich, je nach Bedarf unterschiedliche Mediation Engines für die entsprechenden Usage Records zu erstellen.
Zudem gibt es Schwierigkeiten, wenn die Nutzung derselben Maßeinheit auf verschiedene Gebühren angewendet wird, beispielsweise bei Park- und Ladezeiten. Hier wird die Identifikationsnummer der Gebühr unerlässlich, um die Nutzungsdaten korrekt zuzuordnen.
Zuora Mediation Engine: Erkenntnisse und Learnings
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zuora Mediation Engine in Kombination mit den Workflows grundsätzlich für die vorgestellten Anwendungsfälle funktioniert hat. Bei komplexeren Aufgaben ist jedoch eine differenziertere Lösung erforderlich. Es wurde deutlich, dass teilweise Code in der Mediation Engine erforderlich ist, insbesondere bei „Advanced Transformer“ zur Bearbeitung der Daten, was darauf hindeutet, dass es keine vollständig „no Code“-Lösung ist.
Offene Fragen bezüglich des Einsatzumfangs der Mediation Engine, der Notwendigkeit separater Engines für jedes Subscription Modell und dem Umgang mit unterschiedlichen Datenformaten erfordern weitere Vertiefung in die Zuora Mediation Engine.
Trotz dieser offenen Punkte zeigt sich grundsätzlich ein vielversprechendes Potenzial in der Zuora Mediation Engine und den Zuora Workflows. Diese Tools bieten Möglichkeiten, die in zukünftigen Untersuchungen und Projekten weiter erkundet und optimiert werden können. Es bleibt spannend, wie diese Technologien in verschiedenen Szenarien eingesetzt werden können und welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen.
Weiterführende Links:
- Mehr über die Zusammenarbeit von doubleSlash und Zuora erfahren.
- Subscription Management für Public Charging
- doubleSlash Leistungen im Bereich Subscription Management
Quellen
- [1] https://www.zuora.com/de/products/billing-software/
- [2] https://www.zuora.com/2023/11/07/rev-up-your-consumption-strategy-with-zuora-mediation-engine/
- [3] Übersicht: https://knowledgecenter.zuora.com/Zuora_Central_Platform/Mediation
- [4] API Reference: https://developer.zuora.com/api-references/api/overview/
Mehr zu Connected Mobility Erfahren



