Qualitätssicherung

Qualität als zentraler Erfolgsfaktor in der Softwareentwicklung

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Bei doubleSlash steht Qualität im Fokus. Unser Qualitätsanforderungsprozess stellt sicher, dass alle relevanten Anforderungen frühzeitig identifiziert, priorisiert und messbar formuliert werden – für langlebige, effiziente und sichere Softwareprodukte.

Unser Ansatz: Qualitätsanforderungen systematisch erfassen

Hohe Softwarequalität entsteht nicht zufällig, sondern durch klare Prozesse und die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Unser neuer Qualitätsanforderungsprozess basiert auf den international anerkannten Standards ISO 25010 und dem Q42-Modell. Er umfasst zwei zentrale Elemente:

  1. Einen klaren definierten Kriterienkatalog
  2. Einen strukturierten Anforderungsprozess

Der Kriterienkatalog: Unsere Qualitätsmaßstäbe

Der Qualitätsanforderungskatalog bildet die Grundlage unseres Prozesses. Er umfasst sieben Hauptkategorien:  efficient, flexible, operable, reliable, safe, secure, suitable, usable. Jede Kategorie enthält spezifische Anforderungen mit messbaren Metriken.

Praxisbeispiel: Digital Key Backend

Ein praktisches Beispiel für die Anwendung unseres Kriterienkatalogs ist unser Digital Key Backend. Der Digital Key ist ein elektronischer Fahrzeugschlüssel, der auf Smartphones, Smartwatches oder anderen Geräten gespeichert wird und den physischen Schlüssel ersetzt. Er nutzt NFC, Bluetooth (BLE) oder Ultra-Wideband (UWB), um das Fahrzeug sicher zu entriegeln, zu starten und mit anderen zu teilen. 
Da der Car Connectivity Consortium (CCC) Standard eine Interoperabilität zwischen verschiedenen Fahrzeug- und Mobilherstellern ermöglicht, mussten wir bei diesem Produkt höchste Qualitätsanforderungen erfüllen – und gleichzeitig darauf achten, dass es intuitiv nutzbar ist.

Um die Qualität vom Digital Key nachhaltig zu gewährleisten, wurden klare Ziele auf Basis des Qualitätskatalogs definiert, wie beispielsweise: 

  • Effizienz: Die Systemleistung sollte so optimiert werden, dass die CPU-Auslastung auch bei Hochbetrieb unter 80 % bleibt.
  • Zuverlässigkeit: Die Verfügbarkeit des Dienstes musste mindestens 99,9 % betragen, um Ausfallzeiten zu minimieren.
  • Benutzbarkeit: Die Grundfunktionen sollten so gestaltet werden, dass neue Nutzer innerhalb von 30 Minuten die Bedienung erlernen können.

Die definierten Anforderungen sind fester Bestandteil der Definition of Done. Vor dem Abschluss jeder User Story wird überprüft, ob sie erfüllt wurden. So stellen wir eine gleichbleibend hohe Qualität sicher.

Dieses Beispiel zeigt, wie der Kriterienkatalog als strategisches Werkzeug dient, um zuverlässige, und benutzerfreundliche Produkte auf dem Markt zu etablieren. Durch klar definierte Anforderungen, messbare Metriken und eine konsequente Umsetzung kann eine nachhaltige Verbesserung der Systemqualität und Benutzererfahrung erreicht werden.

Unser dreistufiger Prozess der Qualitätssicherung

Unser Qualitätsanforderungsprozess besteht aus drei Phasen:

  1. Stakeholder identifizieren: Alle relevanten Perspektiven werden berücksichtigt. 
  2. Workshop durchführen: Anforderungen werden gemeinsam definiert und priorisiert.
  3. Qualitätsszenarien festhalten: Anforderungen werden präzise dokumentiert.

Workshop-Methodik: Q-Storming

Der Workshop folgt einer strukturierten Vorgehensweise:

1. Vorbereitung: Kriterienkatalog und Stakeholder-Filterung

Eine gute Vorbereitung ist essenziell für einen erfolgreichen Workshop. Dazu gehört:

  • Identifikation relevanter Stakeholder (z. B. Architekt, Product Owner, Entwickler:innen)
  • Erste Filterung eines vordefinierten Kriterienkatalogs anhand des spezifischen Projektkontexts

2. Durchführung: Strukturierte Evaluierung der Qualitätsanforderungen (Q-Storming)

Der Q-Storming Workshop beginnt mit einer Einführung in die Hauptkategorien der Qualitätsanforderungen. Anschließend wird der vorgefilterte Kriterienkatalog gemeinsam mit den Stakeholdern evaluiert und priorisiert:

  • Klärung der Kategorien und Definition von Messwerten (z. B. Verfügbarkeit >98% im Jahr)
  • Bewertung der Anforderungen durch die Stakeholder (Wie wichtig sind sie auf einer Skala von 1 – 5)
  • Priorisierung und Festlegung konkreter Erwartungen
  • Definition von realistischen, messbaren Szenarien zur Sicherstellung der Anforderungen

3. Nachbereitung: Dokumentation und Ableitung konkreter Anforderungen

Nach dem Workshop werden die gewonnenen Erkenntnisse systematisch weiterverarbeitet:

  • Definition klarer, messbarer Anforderungen auf Basis der erarbeiteten Szenarien
  • Nutzung standardisierter Satzschablonen zur einheitlichen Formulierung
  • Dokumentation der Anforderungen und Bereitstellung für alle Stakeholder zur Prüfung
  • Zuordnung der Anforderungen zu spezifischen Systemkomponenten

Durch diesen Prozess wird sichergestellt, dass Anforderungen wie:
„Während der Geschäftszeiten muss die Reaktionszeit auf eine Suchanfrage unter 2 Sekunden liegen.“ klar definiert, überprüfbar und langfristig in die Entwicklung integriert sind. Dies wird sichergestellt durch Satzschablonen, klare definierten Metriken und Ergänzungen in der Definition of Done. 

Qualität für die Zukunft sichern

Mit unserem Qualitätsanforderungsprozess stellen wir sicher, dass unsere Software stabil, sicher und benutzerfreundlich bleibt So erfüllen wir nicht nur die Erwartungen unserer Kunden – wir übertreffen sie. 

 

Dieser Beitrag wurde gemeinsam von Timo und Maren geschrieben.

Maren Tölke

Über Mich

Maren Tölke

Maren Tölke hat Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert und ist seit 2022 als IT-Consultant bei doubleSlash tätig. Sie unterstützt primär Unternehmen der Automobilbranche mit ihrer Expertise im Anforderungs- management, der Analyse und IT-Konzeption. Als IT Solution Architect wirkt sie an der Entwicklung maßgeschneiderter Softwarelösungen mit und begleitet den gesamten Prozess bis zur technischen Umsetzung.

Timo Scherer

Über MICH

Timo Scherer hat Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) studiert und ist seit 2022 als IT-Consultant bei doubleSlash tätig. Er betreut außerdem als Product Manager das Datentransfer-Tool Business Filemanager (BFM) und treibt dessen Weiterentwicklung aktiv voran. Der Fokus liegt auf nutzerzentrierter Produktgestaltung, IT-Design sowie Anforderungsmanagement. Darüber hinaus bringt er fundierte Expertise und Erfahrung im Bereich Testmanagement und Qualitätssicherung.

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